„Wie schön! Das „Ägyptische“ Klavierkonzert von Saint-Saëns (1835-1921) wollte ich schon immer in einer schönen Aufnahme hören!“ Die erste Euphorie ist aber schnell verschwunden, da der Silberling nicht – wie auf dem SACD-Cover versprochen – auf allen CD-Spielern fehlerlos läuft. Der DVD-Spieler im Wohnzimmer hat dann mehr Erfolg. Das ist allerdings auch die einzige Kritik, die man an dieser Aufnahme haben kann. Die hochkarätigen Musiker des WDR-Sinfonieorchesters unter Thomas Sanderling und die Pianistin Anna Malikova bieten eine einige Interpretation, voll Klangschönheit, Temperament und Musikalität. Wem bei Saint-Saëns vor allem der Karneval der Tiere einfällt, wird hier mit dem 3.und 5. Klavierkonzert positiv überrascht. Das Klangvermögen und die musikalische Aussage gehen hier viel weiter, Virtuosität und farbige Orchestration dienen nicht wie in der Romantik als Selbstzweck. Doch keine Angst, es ist keine Musik, die nur für den Verstand geschrieben wurde, die Musikalität webt immer mit an diesen Werken und wird von den Musikern sensibel, aber ohne Sentimentalität dargeboten. Unakademisch, fast wie eine Erzählung erlebt man den Mittelsatz des „Ägyptischen“ Konzerts, das seinen Beinamen daher erhielt, dass es in Kairo vollendet wurde. Der Komponist selbst bezeichnete es als „eine Art Orientreise“ ein Thema entstammt sogar einem nubischen Liebeslied, das er die Fischern auf dem Nil singen hörte. |