Diese Aufnahmen sind etwas für den gemütlichen Abend am Kamin - wenn man keinen hat: Das wohlige Knistern und Knacken wie aus einer musealen Musiktruhe ist ein obligater Begleiter bei allen Live-Aufnahmen der Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler (1886-1954) von 1947 bis zu seinem Tod, die das Label audite jetzt auf zwölf CDs herausgebracht hat. Dieser Veröffentlichung liegen ausschließlich die Originalbänder aus dem RIAS-Rundfunkarchiv zugrunde - trotz des Knackens von erstaunlich guter Qualität.
Auch wenn man die einzelnen Tonbänder weder mit heutigen Auffassungen geschweige denn Einspielungen vergleichen möchte, stellen diese Aufnahmen doch akustische Tondokumente von historischem Rang dar: als Live-Mitschnitte vor allem aufgrund ihrer Einzigartigkeit gegenüber den heute technischen Korrekturoptionen.
Das hier zusammengestellte Spätwerk Furtwänglers als Dirigent zeichnet sich durch eine Konzentration auf verschiedenen Ebenen aus: die Symphonien von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Anton Bruckner werden ergänzt durch die Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel sowie von den Gegenwartskomponisten wie Paul Hindemith, Boris Blacher oder Wolfgang Fortner.