Reinald Hanke (Cellesche Zeitung - 27. Juni 2009) 27.06.2009
Das Label Audite hat mal wieder zwei neue CDs mit dem hervorragenden Organisten Martin Sander vorgelegt. Besonders diejenige mit dem Titel „Tanz und Freude“ fasziniert vom ersten Moment. Eines allerdings irritiert: Mal wieder veröffentlicht diese Firma eine Produktion viele Jahre nachdem sie aufgenommen wurde. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Sanders Interpretationen von norddeutscher Orgelmusik des 17. Jahrhunderts zum Besten gehören, was es in dieser Art gibt.
Die zwei Präludien in C und D von Dietrich Buxtehude gelingen ihm genauso vortrefflich wie die beiden Stücke der gleichen Gattung in e von Nicolaus Bruhns und Vincent Lübeck. Sander gelingt mühelos der Spagat zwischen frei schweifendem Spiel und dem Aufbauen weiter Spannungsbögen, damit die Stücke nicht in ihre vielen Einzelteile auseinander fallen. Es gibt zwar Momente wo man sich fast wünscht, dass Sander seine Virtuosität noch weiter auskosten sollte, aber gerade in der scheinbaren Rücknahme auftrumpfenden Spiels liegt eine weitere Qualität dieser Produktion. Dass er die Barockorgel in Salzgitter-Ringelheim bestens zu registrieren versteht, nimmt auch für ihn ein.