Trompete und Orgel ist eine besonders beliebte Instrumentenkombination beim Publikum, obwohl es nicht gerade viel gute Literatur für diese Besetzung gibt. Dementsprechend sehen die meisten Konzertprogramme fast immer sehr ähnlich aus. Und die Tonträgerprogramme auch.
Der aus Hannover stammende und vor ein paar Jahren an der Celler St.-Ludwigs-Orgel sehr erfolgreich gastierende Organist Martin Sander hat vor einiger Zeit, zusammen mit dem Trompeter Bernhard Kratzer, auf einer vorzüglichen CD bewiesen, dass man auch in dieser Besetzung ein Programm mit hochkarätigen Originalkompositionen spielen kann, das fast durchweg ein hohes kompositorisches Niveau hält.
Jean Langlais’ „Sieben Choräle“ kosteten die beiden Musiker bis in die Hymnik einerseits, bis in fast lyrische Versenkung andererseits, aus. Sigfrid Karg-Elerts „Sinfonische Kanzone“ von 1933 beweist einmal mehr, dass es in der Zwischenkriegszeit noch eine Menge reizvoller, kaum bekannter Orgelmusik zu entdecken gibt. Dieses spätromantisch-sinfonische Orgelwerk, in dem die Trompete nur gegen Ende zum Zwecke der Steigerung hinzukommt, ist fast genauso interessant wie Petr Ebens geradezu suggestiver und klangfarbengesättigter Zyklus „Fenster“.