Der junge Gulda. Seine ersten Aufnahmen verraten, welcher Heißsporn dieser Künstler war – und über welch breites Repertoire er verfügte.
2010 wäre Friedrich Gulda 80 geworden. Rechtzeitig erschien bei Audite eine Box mit vier CDs, die Jugendaufnahmen des Pianisten enthält, die in Deutschland als Rundfunkproduktionen entstanden. Verehrer des Künstlers, die sich an die – immer spärlicher werdenden – Auftritte erinnern, die Gulda in den letzten Jahrzehnten seiner Karriere mit „klassischem“ Repertoire gab, werden über die Repertoirefülle, die hier herrscht, erstaunt sein.
Nicht minder über die Ausdruckstiefe, mit der sich Gulda hier Musik von Chopin, Debussy, Ravel oder Prokofieff zuwendet, die er mit der ihm eigenen analytischen Klarheit, aber auch mit viel Poesie musiziert. Ob Debussys „Goldfische“ oder Prokofieffs Finalrasanz der Siebenten Sonate: Gulda ist ganz der rhythmisch agile, kompositorische Ebenen transparent darstellende Interpret, der er auch für Beethoven war. Die 1950 in Berlin entstandene heikle Beethoven’sche A-Dur-Sonate op. 101 gelang Gulda vielleicht nie wieder so souverän, locker und entspannt!
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