Gesungene Sinnlichkeit: Ein evangelischer Chor singt Marienlieder und diese in bunter Folge von Liebesliedern. Doch was verbindet die „keusche“ Marienverehrung mit der Erotik des Minnegesangs, und welche Rolle spielt Maria heute in der protestantischen Kirche?
Das Beiheft der CD gibt Auskunft. Es geht unter kultur- und kirchengeschichtlichen Aspekten dem Phänomen Maria nach, das in den ausgewählten A-cappella-Werken aus mehreren Jahrhunderten anklingt. So sind besonders die sprachlichen und musikalischen Gestaltungsmittel der volkstümlich geprägten Marienlieder den leidenschaftlichen Gesängen der Liebenden in der englischen Madrigalkunst, der Renaissance wie in den romantischen Chorliedern von Brahms oder Schumann verwandt. Das Magnificat des estnischen Komponisten Arvo Pärt bezeugt, dass das Thema Maria ebenso in Werken des 20. Jahrhunderts mit intensiver Spannung und Innerlichkeit seinen Ausdruck sucht.
Gerade evangelischen Christinnen und Christen öffnet die CD einen Zugang zu Maria und belebt warm und sinnlich protestantische Nüchternheit.