Camille Saint-Saëns ist am 9. Oktober 1835 in Paris geboren worden, acht Jahre nach Beethovens Tod. Dem Instrumentalkomponisten - als komponierendes und pianistisch brillierendes echtes Wunderkind war er gestartet - wurde es im opernbeherrschten und musiktheatralisch besessenen Frankreich nicht eben leicht gemacht. Als den zeitlebens "Unzeitgemäßen" müsste ihn die historische Bewertung in all ihrer immerwährenden Ungerechtigkeit bezeichnen. Saint-Saëns führte ein höchst unstetes Leben, kam in der Welt herum, hatte bis 1904 keinen festen Wohnsitz und komponierte doch stetig so vor sich hin. Ganz so, "wie ein Apfelbaum Früchte hervorbringt", um es mit den durchaus selbstironischen Worten des Komponisten zu sagen. Seine Zeitgenossen hatten kein Verständnis für dessen klare Formproportionen, für seine dichten Motivbezüge, für die durchsichtige Instrumentation. Heute gelten zumindest seine Symphonien als französische Antwort auf die Wiener Klassik. Gestorben ist Camille Saint-Saëns 1921 in Algier.
Das WDR-Sinfonieorchester Köln, die Pianistin Anna Malikova und der Dirigent Thomas Sanderling - Sohn des legendären Kurt Sanderling mit durchaus eigenem und unverwechselbarem Profil - haben jetzt die fünf Klavierkonzerte bei dem Label audite in Dortmund co-produziert und dergestalt ein irisierendes Mirakel enträtselt, in aller Poesie, Klarheit, Virtuosität. Die Gewinnerin des - nach endlos langen Jahren erstmals wieder vergebenen - Ersten Preises beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München anno 1993 stammt aus Tashkent und konzertiert seither mit Soloabenden und als Orchestersolistin in aller Welt. Diese brillante und wunderbare Edition im SuperAudioFormat erfreut Herz und Hirn, Kopf und Bauch und räumt mit Vorurteilen jeglicher Arten auf. |