Um es gleich vorwegzunehmen: Diese SACDs liefern die am meisten beeindruckenden Klavier-Illusionen ins Haus, die man derzeit auf Discs kaufen kann. Mit perlendem Diskant und mächtigem Volumen steht der Steinway zwischen den Lautsprechern und seine Resonanz erfüllt – vor allem von der SACD und dann auch noch im Surround-Mode – den Raum. Saint-Saëns kommt offenbar immer mehr in Mode, und nach dem so positiv überraschenden Hough (Hyperion) erleben wir hier Anna Malikova aus Taschkent, Gewinnerin des ARD-Wettbewerbs von 1993. Die Usbekin beherrscht das filigrane Verzierungswerk des französischen Romantik-Klassikers ebenso eindrucksvoll wie seine wuchtigen Akkordfolgen, wobei mir der letzte Tick an Leichtigkeit und Savoir-Vivre, wie ihn etwa meine persönliche Referenz Collard (EMI) einbrachte, fehlt. Aber auch Sanderling sucht nicht den Leichtgang, sondern ist offenbar mit den bestens disponierten und aufmerksam agierenden Kölnern bestrebt, das Faible des Komponisten für seine teutonischen Kollegen zu erklären. Klanglich eine glatte 10, eignen sich beide Discs – selbst „nur“ auf CD – als hervorragende HiFi-Demonstrationsbeispiele. |