Die neue Doppel-CD des Pianisten Herbert Schuch könnte man leicht unterschätzen. Der Titel „Sehnsuchtswalzer“ klingt nach einem Sampler für die blaue Stunde. Aber es ist eine kluge Zusammenstellung, einer der interessantesten Beiträge zum Schumann-Jahr. Schuch tut einen Blick in die Werkstatt des Komponisten. Schumanns Auseinandersetzung mit einem kurzen Schubert-Stück, das unter dem Namen Sehnsuchtswalzer bekannt geworden ist, blieb unvollendet. Schuch orientiert sich an der Spielfassung der Variationen, die der Pianist Andreas Boyde herausgegeben hat. Und er schlägt Brücken zu anderen Kompositionen: Carneval, Papillons, Intermezzi. Die Walzerform, sagt Schuch, habe Schumann eine Struktur für musikalische Miniaturen geboten. Die zweite CD liefert den Hintergrund, eine kleine Geschichte des Konzertwalzers.
Die andere, gar nicht sehnsuchtsvolle Seite Schumanns spielt die wunderbare CD des Mandelring-Quartetts aus. Es hat zusammen mit der französischen Pianistin Claire-Marie Le Guay, die traumwandlerisch ins Spiel eingebunden ist, Klavierquartett und -quintett aufgenommen. Die CD bietet einen sensiblen Klang, einen sonoren Cello-Ton, eine moderne Interpretation mit kurzen Phrasierungen – einfach mitreißend.
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