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String Trios by Weinberg - Penderecki - Schnittke

97753 - String Trios by Weinberg - Penderecki - Schnittke

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Musik von drei osteuropäischen Komponisten, die unter den Repressalien autoritärer Regimes zu leiden hatten ‒ komponiert für die intime Besetzung mit Geige, Bratsche und Violoncello: Das ist höchst expressive Bekenntnismusik ‒ oder „Herzensmusik“, wie es das Trio Lirico empfindet.mehr

Mieczysław Weinberg | Krzysztof Penderecki | Alfred Schnittke

Musik von drei osteuropäischen Komponisten, die unter den Repressalien autoritärer Regimes zu leiden hatten ‒ komponiert für die intime Besetzung mit Geige, Bratsche und Violoncello: Das ist höchst expressive Bekenntnismusik ‒ oder „Herzensmusik“, wie es das Trio Lirico empfindet.

Titelliste

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Mieczysław Weinberg String Trio, Op. 48 (15:20) Trio Lirico

Krzysztof Penderecki String Trio (13:42) Trio Lirico

Alfred Schnittke String Trio (25:51) Trio Lirico

Multimedia

Informationen

Wenn das Trio Lirico drei Komponisten aufs Programm setzt, die bis 1989 östlich des Eisernen Vorhangs lebten und wirkten, dann ist das zumindest für die Geigerin Franziska Pietsch und die Bratschistin Sophia Reuter eine Musik, die sie ‒ um Goethe zu paraphrasieren ‒ „mit der Seele suchen". „Wir waren schon als Kinder in Ostberlin eng befreundet", sagt Franziska Pietsch über ihre Kollegin an der Bratsche. „Also haben wir zusammen eine persönliche Geschichte, eine ähnliche Spielweise und eine ähnliche Art, uns über diese Musik ohne Worte zu verständigen. Wir fühlen sie einfach."

Diese persönliche Art der Wahrnehmung, in die sich der Bremer Cellist Johannes Krebs empathisch einfügt, ist nicht unwichtig für eine Musik, die sich nicht nur aus den Noten, sondern in hohem Maße aus dem kulturellen und politischen Umfeld erschließt, in das sie hineinkomponiert wurde. Sicherlich hatte Krzysztof Penderecki (geb. 1933) nach der politischen Liberalisierung des polnischen Musikbetriebs seit 1956 die Möglichkeit, an avantgardistische Entwicklungen im Westen anzuknüpfen und seine ganz eigene, unverwechselbare Moderne zu schaffen. Sein Generationsgenosse Alfred Schnittke (1934-1998) und der ältere Mieczysław Weinberg (1919-1996) hingegen mussten ihre Musik bis zum Ende der Sowjetunion gegen massive Schikanen der Behörden durchsetzen, die im Fall von Weinberg bis zur Verhaftung aus antisemitischen Motiven reichte.

Der in Warschau geborene Weinberg, der während des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetunion geflohen ist, stand in engem Austausch mit seinem Freund und Mentor Dmitri Schostakowitsch. Dennoch ist Weinbergs Musik ganz eigenständig und balanciert im Streichtrio von 1950 auf dem Grat zwischen populären Weisen und Anklängen an jiddische Musik. Alfred Schnittke, der mit seinen (wolga)deutschen und jüdischen Erbteilen in der Sowjetunion einen schweren Stand hatte, komponierte sein Trio 1985 zum Geburtstag des großen Kollegen Alban Berg ‒ und erlitt kurz nach der Komposition einen lebensgefährlichen Schlaganfall, der dem Werk im Nachhinein eine tragische Note verlieh. Das jüngste Werk dieser CD schließlich stammt von Krzysztof Penderecki, dem bedeutendsten polnischen Gegenwartskomponisten: 1991 hat er sein Streichtrio als große Improvisation für drei Spieler mit einer strengen und wilden Fuge komponiert. 

Besprechungen

Fono Forum
Fono Forum | Januar 2020 | Giselher Schubert | 1. Januar 2020

Das Streichtrio, und das wird leider immer noch nicht wirklich wertgeschätzt, erfordert eine nuanciertere Aufführungspraxis als diejenige desMehr lesen

Das Streichtrio, und das wird leider immer noch nicht wirklich wertgeschätzt, erfordert eine nuanciertere Aufführungspraxis als diejenige des Streichquartetts. Im Trio liegen alle Stimmen gewissermaßen offen da, und das erfordert von den Musikern höchste Konzentration und nicht nachlassende Anspannung, die sich aber als solche nicht aufdrängen sollte. Hinzu kommt noch die oft konzertant-virtuos gesteigerte Spieltechnik: Jeder spielt im Triosatz für sich und ist doch immer in ein partnerschaftliches Musizieren eingebunden.

Das Trio Lirico, bestehend aus Franziska Pietsch, Sophia Reuter und Johannes Krebs, erweist sich in diesen Einspielungen nicht nur als ein mit makelloser Technik bestens eingespieltes Trio, sondern verwandelt auch die besondere Intensität des Triospiels in eine Intensität der Ausdrucksgestaltung. Sie färbt hier Werke ein, die ohnehin schon abgrundtief melancholisch, ja schwermütig gestimmt sind.

Im Trio von Mieczyslaw Weinberg, dessen Musik zu Recht endlich beachtet wird, drückt sich Einsamkeit und Verlassenheit aus, wie man sie sonst nur noch aus dem Spätwerk von Schostakowitsch kennt. Und in den Trios von Penderecki und Schnittke erweist sich in der Lesart des Trio Lirico die mitunter atemlose, auch lauernde Stille als Kehrseite schroffer, rüder musikalischer Attacken. Das alles macht das Trio Lirico ohne eingreifende musikalische Gestaltung erfahrbar. Es spielt aus der Musik heraus: bezwingend, ergreifend, empathisch; es fühlt sich nicht in die Musik ein oder belädt sie mit Emotionen, sondern interpretiert mit "objektivierender" Geste, die zwanglos betroffen macht.
Das Streichtrio, und das wird leider immer noch nicht wirklich wertgeschätzt, erfordert eine nuanciertere Aufführungspraxis als diejenige des

American Record Guide | January / February 2020 | Gil French | 1. Januar 2020

The three composers here lived on the eastern side of the Iron Curtain, as did two members of Trio Lirico, violinist Franziska Pietsch and violistMehr lesen

The three composers here lived on the eastern side of the Iron Curtain, as did two members of Trio Lirico, violinist Franziska Pietsch and violist Sophia Reuter. As Pietsch writes in the liner notes, “As children, we both lived in East Berlin and were close friends already then. We therefore share a personal history, a similar style of playing, and a similar non-verbal way of communicating about this music. We just feel it.” Indeed they do! Nor could they have a better partner than cellist Johannes Krebs. They converse with their magnificent instruments, giving the music perfect terraced balance. Pietsch uses bow pressure to create everything from brusk intensity in fortissimo passages to just enough vibrato to produce a comforting pianissimo. Because Trio Lirico’s grasp of the form of each work is so integral, its use of retards and rubato never interferes with the flow. The peerless engineering in Berlin’s Jesus Christus Church lets you “set it and forget it” so you can concentrate fully on the music.

This is especially true of the Trio (1950) by Vainberg, a soul brother of Shostakovich. Even the way Lirico links the extremely soulful I to II with just an inhale of a pause, and then does the same thing between the movements of all the works here, conveys the wholeness with which they conceive each work. Even Shostakovich himself would weep over the gorgeous sounds and musicianship in II, a lament “sung” over a fugue. In III the viola takes the lead with the cello supplying the bass line and the violin the pulse. What pacing the Lirico offer—persistent yet flexible, with tension created by their careful attention to note values that “speed up” from whole note to half to quarter to eighth notes, etc.

Krzysztof Penderecki’s Trio (1991) is, needless to say, sui generis. It opens with three sets of shouting chords after which each instrument has a cadenza. All the basic, seemingly independent materials are thus laid out, then brought together over the course of two movements, the first more recitative, the second Vivace, as the Trio ends as it began. The work is brilliantly constructed; emotional as the players make it, I hear it more as intellectual construct.

Pietsch comments on Alfred Schnittke’s Trio (1985): “This music, magnificent as it is, also has a certain coldness to it, something frightening. The trio begins with a variant of ‘Happy Birthday’, though what follow is no happy serenade but music without mercy. For me, this clearly is an analysis of death.” If there are bits of ‘Happy Birthday’ in it, I sure didn’t hear it. It strikes me as a really angry work—the first time I’ve ever used that word to describe a piece of music. I hear grimness drawn out of chorale-like chords, interrupted with momentary folk-like relief (like snippets Charles Ives might have dropped in) before returning to the torment. After 25 minutes, I could detect no organization to this seemingly repetitive work. It reminds me of how Woody Allen movies too often make me respond: “Enough of your neuroses! Go tell them to your shrink.” Nonetheless, the powerful Trio Lirico holds its grip on the work from start to finish.

In brief, these are peerless performances of music from troubled times, a lesson in how to make ugliness beautiful. That sounds like a task for our increasingly war-like times.
The three composers here lived on the eastern side of the Iron Curtain, as did two members of Trio Lirico, violinist Franziska Pietsch and violist

Musica | N. 312 - dicembre 2019 / gennaio 2020 | Stefano Pagliantini | 1. Dezember 2019

I tre musicisti del Trio Lirico offrono esecuzioni esemplari delle tre difficili composizioni, attraverso un’interpretazione sensibile ed equilibrata, sfoderando suono d’ensemble di grande qualità, e la puntuale valorizzazione dei diversi effetti timbrici voluti dai compositori, dando prova di ottima intesa e di solida capacità di lettura. Una magistrale riuscita che suscita grande emozione ed ammirazione.Mehr lesen

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir ihnen diese Rezension leider nicht zeigen!
I tre musicisti del Trio Lirico offrono esecuzioni esemplari delle tre difficili composizioni, attraverso un’interpretazione sensibile ed equilibrata, sfoderando suono d’ensemble di grande qualità, e la puntuale valorizzazione dei diversi effetti timbrici voluti dai compositori, dando prova di ottima intesa e di solida capacità di lettura. Una magistrale riuscita che suscita grande emozione ed ammirazione.

www.pizzicato.lu | 03/10/2019 | Uwe Krusch | 3. Oktober 2019 | Quelle: https://www.pizz... Das Trio Lirico widmet sich drei osteuropäischen Werken aus der Sowjetzeit

Die drei Streichtrios stammen ebenso aus dem Osten Europas wie die beiden hohen Streicher, die Geigerin Franziska Pietsch und die Bratscherin SophiaMehr lesen

Die drei Streichtrios stammen ebenso aus dem Osten Europas wie die beiden hohen Streicher, die Geigerin Franziska Pietsch und die Bratscherin Sophia Reuter. Lediglich der Cellist Johannes Krebs hat sich aus dem Westen dazugesellt.

Die drei Werke sind singuläre Gattungsbeiträge dieser sehr unterschiedlichen Komponisten, die im Leiden unter den politischen Umständen vereint sind. Weinberg untergrub die Maßgaben, indem er jüdische Volksmusik einsetzt. Penderecki schuf Ende der Achtzigerjahre ein schon altersreifes Werk, das zumindest anfänglich einen stark improvisierend wirkenden Charakter hat. Schließlich hören wir auch Schnittkes Trio zum 100. Geburtstag von Alban Berg, das vom Ständchen zur gnadenlosen Musik mutiert.

Das Trio Lirico legt nach der auf Reger fokussierten Aufnahme nun diese gemischte vor, die sich aber trotzdem in eine Region ausrichtet. Im fünften Jahr ihres Bestehens eröffnen sie damit eine ganz andere Richtung, die aber ebenso geeignet ist, ihre Qualitäten zu zeigen. Dazu kommt, dass die beiden Streicherinnen auch aus dem System stammen und damit noch einmal einen besonderen Zugang zu der Gedankenwelt der Komponisten haben. Wiederum bleiben sie ihrem Ansatz treu, jeder seine Stimme zu kultivieren und trotzdem ein gemeinsames Klangbild zu generieren. Dabei kommen ihnen ihre ausgezeichneten Fähigkeiten auf ihren Instrumenten zu Gute. Mit allen diesen Zutaten gestalten sie einen deutlich die modernen Aspekte der Musik herausstellenden Höreindruck, der die dissonanten Elemente betont.

The Trio Lirico has recorded three string trios from the former Soviet period, works by Penderecki, Schnittke and Weinberg. Caring for an individual playing, the three musicians nevertheless achieve a coherent and well balanced sound. The performances are intense and underline the modern aspects of the three pieces.
Die drei Streichtrios stammen ebenso aus dem Osten Europas wie die beiden hohen Streicher, die Geigerin Franziska Pietsch und die Bratscherin Sophia

Süddeutsche Zeitung
Süddeutsche Zeitung | Magazin Heft 26/2019 27. Juni 2019 | Carolin Pirich | 27. Juni 2019 GEGEN DEN STRICH
Als sie jung war, blockierte die DDR ihre Karriere. Jetzt stößt sie an die Grenzen der Musikbranche. Aber Grenzen sind ihre Spezialität: die erstaunliche Geschichte der Ausnahmegeigerin Franziska Pietsch

Sie fragt: Vielleicht möchten Sie mich in Aktion sehen? Man hätte dannMehr lesen

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir ihnen diese Rezension leider nicht zeigen!
Sie fragt: Vielleicht möchten Sie mich in Aktion sehen? Man hätte dann

Händlerinfos

String Trios by Weinberg - Penderecki - Schnittke
Artikelnummer: 97.753
EAN-Code: 4022143977533
Preisgruppe: BCA
Veröffentlichungsdatum: 6. September 2019
Spielzeit: 54 min.

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Portrait Franziska Pietsch
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